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Gibt es ein „gesetzliches Rückgaberecht“ für unliebsame Weihnachtsgeschenke?

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Weihnachten steht vor der Tür und viele von uns müssen noch Geschenke für Familie und Freunde besorgen. Ob aber das in Eile oder aller Ruhe ausgesuchte Computerspiel, die Bluse oder das Werkzeug auch den erhofften freudigen Gefühlsausbruch zur Folge hat, kann selten gesagt werden. In Gesprächen mit Freunden und Verwandten stelle ich häufig fest, dass die allgemeine Meinung vorherrscht, unliebsame Weihnachtsgeschenke umtauschen oder gar zurückgeben zu können.

Wenn Sie das jeweilige Geschenk in einem Ladengeschäft gekauft haben, gibt es ein solches Umtausch- oder Rückgaberecht nur, wenn die Sache mangelhaft ist. Bei einem Mangel kann der Käufer Nacherfüllung verlangen, d.h. entweder die Beseitigung des Fehlers oder eine mangelfreie Ware. Ist der Verkäufer hierzu nicht in der Lage, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten. Ein allgemeines Umtausch- oder Rückgaberecht besteht dagegen beim Kauf im Ladengeschäft nicht. Dies wird lediglich aus Kulanzgründen oft so gehandhabt. Wenn Sie unsicher sind, ob das ausgesuchte Geschenk auch auf Gefallen treffen wird, müssen Sie mit dem Verkäufer ein „vertragliches“ Rücktrittsrecht vereinbaren. Oft reicht hier die einfache Nachfrage aus, ob die Sache bei Nichtgefallen zurückgegeben oder umgetauscht werden kann. Lassen Sie sich das auf Quittung/Kaufvertrag schriftlich vermerken, damit keine Beweisschwierigkeiten entstehen.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn Sie Ihre Weihnachtsgeschenke via Internet oder mittels einer entgeltlichen Finanzierung erwerben. Hier haben Sie sodann ab Erhalt einer wirksamen Widerrufsbelehrung bzw. Belehrung nach Artikel 247 § 6 Absatz 2 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch die Möglichkeit, innerhalb von 14 Tagen den Vertrag zu widerrufen und sich vom Geschäft zu lösen. Aber Achtung: Die 14 Tagesfrist beginnt nicht erst ab Heiligabend, sondern bereits ab Lieferung des Geschenkes.

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